Entwicklung der Vegetation in den Aubaugebieten der Ukraine und Russlands
19.06.2007: Auch in Russland Dürreschäden bei Winterweizen
Seit unserer Meldung in der KW 21 über erste Trockenschäden in der Ukraine ist in vielen Regionen keine Verbesserung eingetreten. Wie aus dem Vergleich der Satellitenbilder der KW 24 zur KW 21 ersichtlich ist, hat sich die Situation vielerorts verschlechtert. Trotz vereinzelter Niederschläge in den letzten 3 Wochen, konnten sich viele Pflanzenbestände nicht mehr erholen. (Bei den weiß eingefärbten Pixeln handelt es sich um Wolkenbedeckung).
Mittlerweile sind auch Dürreschäden in der wichtigsten russischen Winterweizenanbauregion im Südlichen Verwaltungsdistrikts (South Federal District) zu melden. Besonders stark betroffen ist der Rostovskaja Oblast. Aber auch die von IntelCrop beobachteten Regionen Krasnodar und Volgograd verzeichnen Ertragseinbußen infolge der Trockenheit, einhergehend mit hohen Tagestemperaturen. Für Krasnodar kalkulierte das Modell als aktuelle Prognose der KW 24 den zweitniedrigsten Winterweizenertrag der letzten 8 Jahre.
Die Oblaste Krasnodar, Volgograd, Rostov und Stavropol sind die bedeutendsten Winterweizenanbauregionen des Südlichen Verwaltungsdistrikt Rußlands, in dem etwa 35 % der gesamten russischen Weizenproduktion erzeugt wird.
In üblicher Weise zeigen die Satellitenbilder den Zustand der Pflanzenbestände in der angegebenen Kalenderwoche im Vergleich zum langjährigen Mittel. Gelb, orange und rote Farbtöne geben hierbei zunehmend unterdurchschnittliche Zustände an.
29.05.2007: In wichtigen Getreideregionen der Ukraine fehlt Regen
Die bisherigen Hoffnungen auf eine sehr gute Getreideernte 2007 haben sich in einigen Regionen der Ukraine mangels Regen zerschlagen. Betroffen sind hiervon vor allem der Süden und Süd-Osten des Landes.
Die wichtigen Frühjahrsniederschläge fielen teilweise sehr gering aus, so dass, kombiniert mit geringer Winterregensumme, der Zustand der Getreidebestände mittlerweile in einigen Oblasten als kritisch zu bezeichnen ist. So fiel bspw. im Oblast Dnepropetrovsk seit April nur etwa 16 mm Regen. Dies entspricht weniger als 1/3 des Durchschnittes der Jahre 1997-2006 (56 mm) für die Monate April und Mai.
Im Westen des Landes ist die Situation weniger angespannt, allerdings ist der Umfang des Getreideanbaus hier weniger bedeutend.
In dem von Intelcrop beobachteten Oblast Odessa ist die derzeitige Situation in den nördlichen Rayons kritischer zu bewerten als im südlichen Teil. Das IntelCrop-Prognosemodell hat den aktuellen Prognoseertrag für Winterweizen in KW21 nochmals gesenkt und im Vergleich zum März um 13% zurückgenommen. Im aktuellen Satellitendifferenzenbild der KW 21 sind die besonders kritischen Regionen deutlich erkennbar an der roten Einfärbung.
11.05.2006: Ernteprognosen in der Ukraine durch 4cast erneut zurückgenommen
Aufgrund des für mehr als 20 Tage fehlenden Regens hat das Ertragsmodell 4cast/Wheat den geschätzten Ernteertrag für Winterweizen in Odessa auf 2.1 Tonnen/Hektar zurückgenommen. Der am vergangenen Wochenende mit 17 mm gefallene Niederschlag kann die Trockenheit nicht kompensieren.
Auch die von der Auswinterung betroffenen Bestände des Winterweizens entwickeln sich aufgrund dieser Wetterlage weiterhin unterdurchschnittlich. Das Ertragsprognosemodell 4cast/Barley gibt in der aktuellen Schätzung der Anbauregion Vinnitsa einen Ernteertrag für Sommergerste von 2.3 Tonnen/Hektar aus. Auch hier benötigen die Bestände dringend Wasser.
04.05.2006: Sommergerstefläche 2006 in der Ukraine
Jüngste Schätzungen der Sommergersteanbaufläche 2006 in der Ukraine wurden vom ukrainischen Agrarministerium, laut einer Mitteilung vom 27. April, nochmals nach oben korrigiert und belaufen sich nun auf 4,47 Millionen ha.
Damit wäre die diesjährige Sommergerstenanbaufläche in der Größenordung vergleichbar mit dem Jahr 2003 (4,49 Mill. ha) und die zweitgrößte der letzten 10 Jahre. Im Jahr 2003 führten allerdings ungünstige Wetterbedingungen in der vegetativen Wachstumsphase in weiten Teilen der Ukraine zu geringen Hektarerträgen und die damalige Gesamtproduktionsmenge lag unter dem 10jährigen Durchschnittswert.
13.03.2006: Situation des Wintergetreides nach der Auswinterung
IntelCrop berichtete bereits über die Wettersituation während der harten Kälteperiode dieses Jahres im Osten.
Nach jüngsten Einschätzungen zufolge, die der ukrainische Agrarminister Oleksandr Baraniwsky Anfang März mitteilte, sind in diesem Jahr etwa 1,6 Mill. ha in keinem guten Zustand. Dies entspricht etwa 26% der geschätzten ausgesäten Wintergetreidefläche mit 6,06 Mill. ha (davon ca. 5,14 Mill. Weizen) in der Ukraine. Regional gesehen zeigt sich die Situation recht unterschiedlich, da infolge zum Teil auftretender starker Winde die schützende Schneeschicht ausgedünnt wurde. Nach einer IntelCrop intern vorliegenden Information ist beispielsweise die Region Kherson stärker von Auswinterungsschäden betroffen, wobei sicherlich auch die dort vergleichsweise angespanntere Niederschlagssituation vor dem extremen Kälteeinbruch mit eine Rolle spielt. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass der Umbruch von Wintergetreideflächen in der Ukraine bis zu einem gewissen Anteil durchaus üblich ist, als Richtwert wurde die Zahl von 800.000 ha genannt.
Auch in den wichtigen Winterweizenanbaugebieten Russlands variiert das Ausmaß der Frostschädigung über die Regionen hinweg stark. Mit am wenigsten betroffen ist die Region Krasnodar, für die eine Auswinterung von 5-8% angenommen wird. Für den gesamten südlichen Distrikt hingegen eine durchschnittliche Auswinterung von 11-14 %, während die Region Rostov am Don und Wolgograd überdurchschnittlich stark von der Kälteperiode getroffen wurden.
15.02.2006: Schneebedeckung und Kältewelle in den Weizen-Anbaugebieten
Während der Kältewelle in Russland in KW 3 (16.1. bis 22.1.2006) zeigt das Satellitenbild eine geschlossene Schneedecke (weiß). Damit war der Winterweizen in den wichtigen Anbaugebieten vor der extremen Kälte geschützt.
In Zentral-Russland im Anbaugebiet Kursk kam der Kälteeinbruch am 17.1. Die Temperaturen blieben bis zum 24.1. auf unter – 22 °C. Mit – 28 °C waren der 18.1. und der 22.1. die kältesten Tage. Ähnliche Bedingungen waren auch in den Anbaugebieten von Süd-Russland und in der Volga-Region anzutreffen.
In der Süd-Ost-Ukraine kam der Kälteeinbruch erst später Ende der KW 3 und in KW 4 (23.1. bis 29.1.2006). Auch hier waren die Anbauflächen während dieser Zeit mit Schnee bedeckt. Wie bereits das Satellitenbild von KW 3, zeigt auch das Bild von KW 4 in der gesamten Ukraine eine geschlossene Schneedecke.
In der Region Zaporizh, die beispielhaft für die Anbauregionen des Winterweizens steht, wurden vom 21.1. bis 25.1. Temperaturen um - 25°C und darunter gemessen. Der kälteste Tag war mit fast – 30°C der 23.1..
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